Aubing anno dazumal
Wie aus Uboing im Laufe der Jahrhunderte Ubbingen und schließlich Aubing wurde.
Aubing ist nach der Überlieferung und aufgrund von Funden eine frühe Siedlung der Bajuwaren.
Man mag nun die Frage stellen, warum eine bajuwarische Sippe sich gerade hier nach Ende der Völkerwanderungszeit niedergelassen hat. Hier, am westlichen Rand einer weiten nacheiszeitlichen Ebene, die heute Münchner Schotterebene genannt wird. Wir fragen, ob und welche Gründe es für eine Ansiedlung gegeben hat.
Ehe wir dieser Frage nachgehen, einige der inzwischen gesicherten historischen Fakten.
Mit der Entdeckung eines großen bajuwarischen Reihengräberfeldes im Jahre 1938, als man beim Bau eines Eisenbahnbetriebswerkes nordöstlich von Aubing und dann noch 1968 auf insgesamt 900 Gräber stieß,
deren frühestes bis in Zeit um 550 zurückgehen und weiter die Bestattungen bis ins achte Jahrhundert hinein fortsetzten,
muss davon ausgegangen werden, dass dies eine durchgehend existente und örtlich nahegelegene Siedlung zur Voraussetzung hatte.
Ihr Gründer soll ein bajuwarischer Sippenältester mit Namen „Ubo“ gewesen sein, nach dem dann Ort und Siedlung benannt wurde. Davon leitet sich der heutige Ortsname „Aubing“ ab.
Die bajuwarische Ansiedlung deckt sich im Kern ganz sicher mit dem ältesten bäuerlichen Teil des jetzigen Aubing.
Dieses Siedlungsgebiet liegt auf einem gestreckten, so genannten Hochterrassenriedel,
der von Süden her langsam ansteigt und an der Stelle der Aubinger Pfarrkirche den höchsten Punkt erreicht.
Er setzt sich dann im Bereich Altostraße fort um nach einem guten halben Kilometer weiter nördlich auszulaufen.
Dieser Hochterrassenriedel musste wohl den Bajuwaren ein willkommener Siedlungsplatz sein.
Im Norden und Westen gegen die Nässe eines ausgedehnten Moores, das heutige Dachauer Moos, geschützt,
lag nach Süden und Osten hin trockenes und fruchtbares Land, das ein reiches Auskommen versprach.
Hinzu kam noch als besondere Gunst der Natur, dass unmittelbar am Ortsrand der kleinen Höheninsel eine ergiebige Grundwasserquelle einen kleinen Bach speiste, den Langwieder Bach, eigentlich müsste er Aubinger Bach heißen.
Sein Ursprung ist heute allerdings durch spätere Überbauung den Blicken entzogen.
In der frühen Zeit der Besiedlung waren Quelle und Bach von unschätzbarem Wert.
Sie lieferten stets frisches und gesundes Wasser für Mensch und Tier. Die Lage von Haus und Hof auf dem kleinen Hügelrücken sowie die gute Wasserversorgung, waren mit Sicherheit für die Sippe des Ubo der entscheidende Grund, sich hier auf Dauer niederzulassen. Der Bach
war noch bis in die Zeit des vorigen Jahrhunderts ein unentbehrlicher Wasserspender.
Er wurde beim Verlassen des Ortes schließlich noch als Roß-Schwemme benutzt, worauf heute immer noch ein Straßenname, nämlich die Schwemmstraße hinweist.
Zwei wichtigen Gegebenheiten der Natur verdankt also Aubing seine Entstehung, als die Bajuwaren vor knapp 1500 Jahren das vorausgehend keltische und dann römische verwaltete Land in ihren Besitz brachten. Die Karte zeigt den Hochterrassenriedel, der ziemlich flach von Süden her kommend über die Bahn und dann im Bereich der Altostraße sich in schmaler Fortsetzung durch das von frühesten Vorfahren gegründete Uboing, also durch Aubing erstreckt.
Quelle: Aubinger Archiv e.V.
Das Bild wurde dem Aubinger Archiv dankenswerter Weise von Helmut Bloid zur Verfügung gestellt.
Wer sich für die Arbeit des Aubinger Archivs interessiert und über alte Dokumente oder Bilder (auch Postkarten) verfügt, die er dem Archiv leihweise überlassen kann, möchte sich mit Rudolf Forster, Telefon/Fax 089/86379691, in Verbindung setzen.